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Die Frage, ob sich eine Photovoltaikanlage 2026 noch lohnt, beschäftigt viele Hausbesitzerinnen und Hausbesitzer. Strompreise sind hoch, Einspeisevergütungen gesunken, Speicher werden immer beliebter. Die kurze Antwort: Ja, die Investition lohnt sich weiterhin – allerdings ist das wirtschaftliche Ergebnis heute stärker vom Eigenverbrauch und der Anlagengröße abhängig als noch vor einigen Jahren.
Warum sich PV 2026 weiterhin rechnet
Auch wenn die Einspeisevergütung für neue Anlagen niedrig ist, sprechen mehrere Faktoren für Photovoltaik:
- Hohe Strompreise: Mit einem Verbrauchspreis von teils über 35 Cent pro Kilowattstunde ist jede selbst erzeugte Kilowattstunde wertvoll.
- Steigender Eigenverbrauch: Wer tagsüber Strom verbraucht oder einen Speicher nutzt, maximiert die eigene Nutzung und entzieht sich den Preissprüngen des Energiemarktes.
- Moderne Module: Höhere Wirkungsgrade und längere Garantien sorgen für mehr Ertrag pro Dachfläche und langfristige Sicherheit.
- Förderungen bleiben: MwSt.-Vorteil, Einkommensteuer-Option, BAFA-Förderung für Speicher und regionale Zuschüsse entlasten die Anschaffung.
Wie viel Ertrag erzeugt eine typische Anlage?
In Deutschland produziert 1 kWp installierter PV-Leistung jährlich zwischen 850 und 1.050 kWh Strom, je nach Region, Dachausrichtung und Neigung. Eine 10-kWp-Anlage in Oberfranken erzeugt also realistisch 9.000 bis 10.500 kWh pro Jahr.
Die einfache Wirtschaftlichkeitsrechnung
Sie brauchen nur drei Zahlen, um grob zu prüfen, ob sich eine PV-Anlage lohnt:
- Jährliche Erzeugung in kWh = Anlagengröße in kWp × Ertrag pro kWp (pro Region ca. 900 kWh)
- Jährliche Eigenverbrauchsersparnis = Verbrauchter Solarstrom in kWh × aktueller Strompreis in €/kWh
- Jährliche Einspeiseerlöse = Eingespeister Strom in kWh × aktuelle Einspeisevergütung in €/kWh
Jährlicher Gesamtertrag = Eigenverbrauchsersparnis + Einspeiseerlöse
Rechenbeispiel: 10 kWp-Anlage in Oberfranken
- Anschaffungskosten (brutto): ca. 18.500 €
- Jährliche Erzeugung: 10.000 kWh
- Eigenverbrauchsanteil ohne Speicher: 30 % = 3.000 kWh
- Rest wird eingespeist: 7.000 kWh
- Strompreis: 0,35 €/kWh
- Einspeisevergütung 2026 (Förderbeginn): 0,077 bis 0,095 €/kWh je nach Anteil (bis 10 kWp meist ca. 0,082 €/kWh über dem 70-Prozent-Kappungswert)
Ersparnis Eigenverbrauch: 3.000 kWh × 0,35 € = 1.050 €/Jahr
Einspeiseerlös (Annahme 0,08 €): 7.000 kWh × 0,08 € = 560 €/Jahr
Gesamtertrag: ca. 1.610 € pro Jahr
Amortisation einfach berechnen
Die Amortisationszeit ergibt sich aus der Anschaffungskosten geteilt durch den jährlichen Ertrag:
Amortisationszeit
Anschaffungskosten ÷ jährlicher Ertrag
Im obigen Beispiel:
18.500 € ÷ 1.610 € ≈ 11,5 Jahre
Nach der Amortisation erzeugt die Anlage über viele Jahre praktisch kostenlosen Strom. Bei einer Lebensdauer von 25 bis 30 Jahren bleiben also 13 bis 18 Jahre reiner Gewinn – bei gleichzeitiger Unabhängigkeit von steigenden Strompreisen.
So verändert ein Stromspeicher die Rechnung
Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauchsanteil häufig von 30 % auf 60–70 %. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit, weil Einspeisung niedrig vergütet wird und selbst verbrauchter Strom den hohen Strompreis ersetzt.
Rechenbeispiel: 10 kWp mit 10-kWh-Speicher
- Anschaffungskosten (brutto): ca. 24.000 € (inkl. Gerät, Zubehör, Einbau)
- Eigenverbrauchsanteil: 65 % = 6.500 kWh
- Eingespeist: 3.500 kWh
Ersparnis Eigenverbrauch: 6.500 kWh × 0,35 € = 2.275 €/Jahr
Einspeiseerlös: 3.500 kWh × 0,08 € = 280 €/Jahr
Gesamtertrag: ca. 2.555 € pro Jahr
Amortisation: 24.000 € ÷ 2.555 € ≈ 9,4 Jahre
Fazit: Der Speicher macht die Investition teurer, verkürzt aber die Amortisationszeit und steigert die Autarkie deutlich. Für Haushalte mit hohem Abendverbrauch ist er oft sinnvoll.
Förderungen und Steuervorteile 2026
Die reine Einspeisevergütung sinkt weiter, dafür bleiben andere finanzielle Vorteile erhalten:
- Einspeisevergütung (EEG): ca. 7 bis 9,5 Cent/kWh je nach Anlagengröße, Inbetriebnahme und Anteil-Messung. Am besten vor Baubeginn prüfen, da sich das EEG jährlich ändert.
- MwSt.-Satz: Für private Haushalte fällt auf Anlagen bis zu einer bestimmten Größe (Aufdach-PV) in der Regel keine MwSt. an, was den Preis spürbar senkt.
- Steuerliche Option: Wer die Anlage als Gewerbebetrieb anmeldet, kann die Einkünfte steuerlich geltend machen, Abschreibung nutzen und Vorsteuer abziehen – bei größeren Anlagen lohnenswert.
- BAFA-Förderung: Für Stromspeicher, insbesondere in Kombination mit PV, gibt es weiterhin attraktive Zuschüsse.
- Regionale Förderprogramme: Viele Landkreise und Kommunen fördern PV und Speicher zusätzlich – lohnenswert, das lokal zu prüfen.
Checkliste: Lohnt sich PV für mich?
Beantworten Sie diese Fragen, um die Wirtschaftlichkeit grob einzuschätzen:
- Ist das Dach großtenteils unverschattet und in einer günstigen Himmelsrichtung (Süd, Ost/West)?
- Verbrauchen Sie tagsüber ausreichend Strom, planen Sie einen Speicher oder ein E-Auto?
- Ist das Dach in gutem Zustand und hält noch mindestens 20 Jahre?
- Liegt der Strompreis bei über 30 Cent/kWh?
- Möchte ich langfristig unabhängiger vom Strommarkt werden?
Wenn Sie mehr als drei Fragen mit „Ja“ beantworten, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass sich eine Photovoltaikanlage für Sie rechnet.
Häufig gestellte Fragen
Lohnt sich eine PV-Anlage bei niedriger Einspeisevergütung?
Ja, wenn der Eigenverbrauch hoch ist. Der Strompreis im Haushalt liegt meist deutlich über der Einspeisevergütung. Je mehr Strom Sie selbst nutzen, desto rentabler wird die Anlage.
Wie lange hält eine Photovoltaikanlage?
Moderne Solarmodule werden mit Leistungsgarantien von 25 bis 30 Jahren ausgeliefert. Der Wechselrichter muss meist nach 10 bis 15 Jahren getauscht werden, ein Speicher hält je nach Technik 10 bis 20 Jahre.
Was kostet 1 kWp installiert?
Für reine Aufdach-Anlagen ohne Speicher liegen die Systemkosten 2026 bei großen Anlagen oft zwischen 1.100 und 1.500 € pro kWp, bei kleinen Anlagen eher 1.400 bis 1.800 € pro kWp. Inklusive Speicher sind es meist 1.500 bis 2.000 € pro kWp.
Soll ich die Anlage kaufen oder finanzieren?
Ein Barkauf maximiert die Rendite. Eine Finanzierung oder ein PV-Darlehen kann dennoch sinnvoll sein, wenn Sie die Liquidität nicht binden möchten. Wichtig: Der effektive Jahreszins sollte niedriger sein als die Eigenkapitalrendite der Anlage.
Ist Photovoltaik auch mit Ost-/Westdach lohnenswert?
Ja, wenn die Ertragsverluste unter 20 % liegen, lohnt sich eine Anlage in der Regel trotzdem. Ost-/West-Ausrichtungen haben den Vorteil eines gleichmäßigeren Tagesertrags und können den Eigenverbrauch sogar erhöhen.
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